
Magdeburger Volksstimme vom 28.06.2008 von Dana Micke
Bis 20. Juli lockt die Mini-Stadt „Halle an Salle“ mit dem Motto: Kinder an die Macht! |
| „Meine Eltern gebe ich am Eingang ab“ |
Halle an Salle“ heißt die Kinderstadt auf der Peißnitzinsel in Halle an der Saale. Fünf Wochen lang steppt da der Bär. Bank, Kraftwerk, Standesamt und vieles mehr gibt es. Polizei und Arbeitsamt sind abgeschafft. Hier arbeitet jeder für „Hallörchen“ und zahlt Steuern. Das ist für alle gleich. Verstöße gegen die Stadtordnung werden geahndet. Stadtleben pur. (...)
Die einzigen Erwachsenen sind die 40 meist ehrenamtlichen Betreuer. Auch die halten sich im Hintergrund. Hier gilt das Grönemeyer-Motto „Kinder an die Macht!“ Das Kommando haben die 6- bis 14-Jährigen. An die 250 Stadtbewohner täglich, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, insgesamt etwa 9000 Mädchen und Jungen. Seit 2002 lockt die Kinderstadt „Halle an Salle“ alle zwei Jahre, also zum vierten Mal. Initiator ist das Thalia-Theater in Halle, das auf viele Partner setzt. Die Kosten von 170 000 Euro werden von der Stadt, dem Land, von Stiftungen, Sponsoren und Spendern aufgebracht. „180 Firmen helfen schnell und unbürokratisch.“„Unsere Kinderstadt will kein Disneyland sein, auch kein Spiegel der Erwachsenenwelt“, sagt der Sozialpädagoge, der beim Thalia-Theater für Projekte angestellt ist. „Kinder lösen Probleme oft anders als Erwachsene: einfacher, direkter, schneller.“ Das Konzept: Es geht ums spielerische Experimentieren. Alles ist erlaubt. Probleme werden selbst geklärt. „Die Idee der Kinderstadt ist 30 Jahre alt, stammt von Mini-München, der Urstadt der Kinder-Kommunen.“ Ähnliche Projekte folgten in Berlin, Dessau-Roßlau, Dresden und Leipzig. „Halle hat die größte Kinderstadt in Mitteldeutschland. Wir sind einzigartig“, so Keim.
Wie die Kommune auf dem 6000 Quadratmeter großen Areal im Detail aussieht, haben nämlich an die 80 Schulen aus ganz Sachsen-Anhalt vorher in Workshops diskutiert. Rathaus, Bank, Museum, Taxistand, Kraftwerk, Standesamt, Zoo gibt es, was eben alles dazu gehört. Sogar ein Sorgenamt. Arbeitsagentur und Polizei sind abgeschafft. Jobs haben alle, für gleichen Lohn und einheitliche Steuern. Einfach und überschaubar. Wer mitmachen will, muss sich einen Bürgerausweis holen. Dann ist er ein „Sallunke“. Die nächste Stufe ist dann ein „Sallenser“. Das wird jeder, der mindestens drei Stunden gearbeitet hat. Nach dem Abstempeln im Meldeamt kann er sich dann ein Grundstück kaufen, sich selbständig machen oder fürs Bürgermeisteramt kandidieren. Jeden Freitag wird neu gewählt.
Der 14-jährige Tim hat hier das Rennen gemacht. Sein Programm: „Steuern runter, Löhne rauf, Grundstückspreise senken – und eine Telefonzelle einrichten. Hier hat nämlich noch nicht jedes Haus einen Telefonanschluss. Das brauchen doch gerade Unternehmer.“
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Mitteldeutsche Zeitung vom 20.07.2008 |
| Erfolgreicher Abschluss der Kinderstadt in Halle |
Zuspruch fällt mit 13 000 kleinen Gästen größer aus als vor zwei Jahren
Halle/dpa. Nach dem Motto «Kinder an die Macht» sind mehrere tausend Jungen und Mädchen in den vergangenen Wochen in Halle in die Rolle von Erwachsenen geschlüpft. Sie bauten ihre Kinderstadt aus weißen Bausteinen selbst auf und gingen auf dem 6000 Quadratmeter großen Gelände Berufen ihrer Wahl nach. Der Zuspruch fiel mit 13 000 Kindern größer aus als vor zwei Jahren. 11 000 Kinder hätten regelmäßig tagsüber in der Stadt gespielt, 2000 Kinder seien an den Vorbereitungen beteiligt gewesen, sagte der Sprecher des am Projekt beteiligten Thalia Theaters, Sebastian Römer. Die Kinderstadt war am 13. Juni gestartet und geht an diesem Sonntag zu Ende.
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Saarbrücker Zeitung dpa vom 13.06.2008 |
| Samt Bank und Arbeitsamt: Kinder-Stadt in Halle |
Sie hat eine Bank und ein Arbeitsamt, ein Kraftwerk und einen Swimmingpool - und darf nur von Kindern betreten werden: Am 13. Juni hat am Ufer der Saale in Halle die Kinderstadt «Halle an Salle» ihre Tore geöffnet. Sie wurde von Kindern aus leichten weißen Modul-Bausteinen gebaut und darf von Erwachsenen nicht besucht werden; mit Ausnahme von 40 Betreuern. Bis zum 20. Juli heißt es dann wie bei Herbert Grönemeyer «Kinder an die Macht». (...)
Die Anfänge des Projekts gehen auf das Jahr 2002 zurück: «Das Thalia Theater suchte nach neuen Formen, mit denen man Mädchen und Jungen für das Theater begeistern konnte», sagte Keim. Seitdem wird «Halle an Salle» alle zwei Jahre gebaut. Das pädagogische Konzept, das auf das spielerische Experimentieren von Kindern mit der Erwachsenenwelt zielt, wurde laut Keim vor mehr als 30 Jahren entwickelt. «Mini-München» ist die Ur-Stadt aller Kinderstädte; ähnliche, die Idee zum Teil abwandelnde, Projekte gibt es bereits in Dessau-Roßlau, Dresden, Leipzig und Wien. Auch in Tokio ist eine Kinderstadt geplant.
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halleforum.de vom 13.06.2008 |
| Halle (Saale) bekommt eigene Kinderstadt |
Stadt nur für Kinder wurde am Freitag eröffnet, Erwachsene haben nur mit Visum Zutritt. Viele Veranstaltungen warten bis 20. Juli, auch ein Musical wird erarbeitet. (ens) Auch wenn der Wettergott nicht mitspielte und es wie aus Eimern regnete. Begeistert nahmen hunderte Kinder am Freitagvormittag ihre Kinderstadt „Halle an Salle“ in Besitz. Zuvor gaben Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und Sozialministerin Gerlinde Kuppe zu Kinderchor-Klängen „Halle is not only cool, Halle is wonderful“ den Startschuss und schnitten das Band durch. Während die Oberbürgermeisterin bereits nach wenigen Minuten wieder verschwand, ließ sich die Sozialministerin die ganze Stadt zeigen.
Ein wichtiges Projekt sei die Kinderstadt, so Kuppe. „Ich bin das vierte Mal dabei. Und das ist jedes Mal ein großes Ereignis.“ Halle sei zwar ohnehin eine kinderfreundliche Stadt. „Aber wenn Kinder eine Stadt bauen und regieren ist das noch mal ein besonderer Zauber.“ Die Kinder würden den Erwachsenen zeigen wie eine Stadt aussieht, in der sich Kinder wohlfühlen. (...)
Die kleine Stadt wird über alles verfügen, was eine große Stadt auch hat. Der Nachwuchs beschließt Gesetze, verdingt sich in den Berufen von Autobauer bis Zootierpfleger und verdient sein eigenes Geld – die Hallörchen. Auch einen Bürgermeister wird es geben, ebenso wie ein Kraftwerksmeister für die solarzellenbetriebene Käsefabrik, Bankdirektor und Reiseführer. Und wer genug gearbeitet hat chillt am Sallestrand, setzt sich in den Planschpool mit Sandstrand, schlürft einen (alkoholfreien) Cocktail in der Strandbar oder relaxt im Medienzentrum. Daneben werden die Kinder sogar ein eigenes Musical erarbeiten - in englischer Sprache.
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Und sogar eigenes Obst und Gemüse bauen die Kinder an. Geöffnet ist die Kinderstadt auf der Peißnitz am Platz vor dem Planetarium bis zum 20. Juli immer montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr. Am 15. Juni wird von 14 bis 18 Uhr ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Am 24. Juni findet in der Kinderstadt ab 15 Uhr ein Sportfest statt. Weitere Aktionen: 27. Juni Abenteuernacht; 1. Juli Indischer Tag „Bharat ki din“; 7. Juli Theateraufführung der Montessorischule „Das Fahrrad“; 10. Juli Uraufführung des englischen Kindertheaters; 18. Abschlussparty; 20. Juli Kinderstadtabschlussfest. Der Eintritt kostet 3 Euro.
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